Feb. 14, 2022
„Die größte Ehre die man einem Menschen antun kann, ist die, dass man zu ihm Vertrauen hat.“
Matthias Claudius (1740-1815), dt. Dichter
Vertrauen zählt für mich zu den höchsten Werten eines Menschen überhaupt. Doch dieser Wert verfällt in unserer Gesellschaft mehr und mehr. Menschen fühlen sich mittlerweile schier überall belogen und betrogen: Von Politikern, Wirtschaftsbossen, Kaufleuten, Medien - wie soll man da noch Vertrauen haben, wenn niemand mehr ehrlich ist und die Wahrheit sagt?! Denn Wahrheit ist die Basis von Vertrauen! Und so vertrauen viele Menschen schier nichts und niemandem mehr. Oftmals nicht einmal mehr dem eigenen Partner oder den Kindern oder den Eltern. Misstrauen ist der Wert, den sie leben und so sprechen sie von einem „gesunden Misstrauen“. Aber ist denn ein Leben in Misstrauen wirklich noch lebenswert? Nein. Für mich nicht. Ich kann für mich mit Überzeugung sagen, dass ich eine vertrauenswürdige Person bin, denn ich lebe nach dem Grundsatz „Was Du nicht willst, dass man Dir tu’, das füg’ auch keinem anderen zu.“ Und ich will nicht belogen und betrogen werden - und tue es folglich auch selbst anderen gegenüber nicht.
Jeder Mensch, der mir begegnet, dem unterstelle ich zunächst immer nur das Beste: Nämlich, dass er Vertrauen verdient. Zugegeben - nicht immer hat sich ein Mensch letztendlich als meines Vertrauens würdig erwiesen, sondern hat mich betrogen und getäuscht: Für manche ist es einfach noch immer erstrebenswerter, seine Mitmenschen möglichst erfolgreich zu übervorteilen und über den Tisch zu ziehen. Aber viel öfter haben mir Menschen diesen Vertrauensvorschuß, den ich ihnen entgegen brachte, gedankt und sich mir gegenüber so fair und ehrlich verhalten, dass wir als Freunde voneinander geschieden sind, jederzeit bereit uns erneut zu vertrauen. Natürlich habe ich gelernt aus jenen Situationen, in denen mein Vertrauen mißbraucht wurde: Nämlich, dass der allererste Maßstab des Vertrauens ich selbst bin! Wenn ich spüre, dass jemand nicht ehrlich zu mir ist, dann muss ich meiner eigenen Wahrnehmung mehr vertrauen, als seinen Worten - und mich von diesem Menschen, diesem Geschäft etc. zurückziehen. Auf diese Weise stärke ich mein Selbstvertrauen. Ja, vielleicht werden wir allerorten sogar deshalb so unverschämt belogen und betrogen, damit wir endlich lernen, wieder unserer eigenen Wahrnehmung mehr zu vertrauen, als dem, was uns suggeriert wird!
Und dann gibt es da noch das sogenannte Urvertrauen oder auch Gottvertrauen: Das Vertrauen in das Leben und seine natürlichen Rhythmen. Wir können fest darauf vertrauen, dass nach jeder dunklen Nacht ein neuer Tag beginnt, dass auf jeden Winter ein Frühling und dann ein Sommer folgt. Wir dürfen darauf vertrauen, dass es das Leben letztendlich gut mit uns meint, auch wenn wir das aus unserer aktuellen Sichtweise heraus zunächst vielleicht nicht erkennen können. Wer Gottvertrauen hat, der hat keine Angst mehr vor Tod und Teufel und der schwankt in schweren Zeiten des Lebens auch nicht wie ein Blatt im Wind. Der sucht nicht mehr Orientierung in der Welt und bei anderen - sondern der findet Stabilität und Antworten in sich selbst!
Ich wünsche mir, dass der Wert des Vertrauens in unserer Welt wieder fest verankert wird: Dass jeder Mensch sich so ehrlich verhält, dass er vertrauenswürdig für andere ist. Dass wir uns nicht mehr mit vorsichtigem Misstrauen begegnen und unsere Vertrauenswürdigkeit nicht mehr unter Beweis stellen müssen. Dass wir überhaupt wieder in der Lage sind, anderen mit Vertrauen zu begegnen! Und deshalb ist es so wichtig, dass wir alle wieder vertrauen lernen - und diesen Wert als einen der höchsten Werte in unserer Gesellschaft implementieren!
Dez. 30, 2021
"Abseits vom Markte und Ruhme begibt sich alles Große: Abseits vom Markte und Ruhme wohnten von je die Erfinder neuer Werte."
Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844-1900)
Haben Sie sich schon einmal Gedanken über Ihre eigenen Werte gemacht?
Nun, das sollten Sie jedenfalls dringend tun, denn wir befinden uns inmitten eines gewaltigen Wertewandels und die Definition von Werten wird dieses neue Jahr 2022 und unsere Zukunft entscheidend beeinflussen! Aber was sind überhaupt Werte? Denn je nach dem Zusammenhang, in dem wir das Wort „Werte“ verwenden, wird es anders begriffen und erzeugt oft mehr Verwirrung als das, was es bewirken sollte: Nämlich Orientierung und Fokussierung zu geben auf das, was wirklich wichtig ist. Und genau das brauchen wir in einer Welt, die immer unsicherer und verwirrender zu werden scheint - und fragen deshalb gerade jetzt nach Werten. Bisher war einer unserer größten Werte ein gewisser Wohlstand der sich über den Wert von Geld und Besitz definierte. Für unsere Großeltern, die zum Teil zwei Weltkriege überstehen mussten, hatten z.B. Lebensmittel und Nahrung den höchsten Wert, denn „Geld kann man nicht essen“. Und für die gesamte Generation der „68er“ galt der Wert der eigenen Selbstverwirklichung als das Maß aller Dinge - was eben auch die entsprechenden Möglichkeiten und die Freiheit dazu voraussetzte. Für den Wert der Freiheit haben unzählige Menschen gekämpft und ihr Leben gelassen, denn Jahrhunderte lang mussten Menschen in Frondienst und Sklaverei verbringen und auch viele Menschen im Osten Deutschlands werden sich bestimmt noch daran erinnern können, wie das Leben in einer Diktatur mit eingeschränkter Freiheit war …
Und wo stehen wir jetzt zu Beginn des neuen Jahres mit unseren Wertvorstellungen? Werden die kommenden Generationen den Wert der Gesundheit allen anderen Werten voran stellen? Vielen alten Menschen, die durch Corona von ihren Liebsten einfach abgeschnitten wurden um ihre körperliche Gesundheit zu erhalten, denen hat man jedenfalls keine Freiheit der Wahl gelassen. Also was ist Gesundheit ohne Freiheit der eigenen Entscheidung oder ohne die Möglichkeit der Selbstentfaltung tatsächlich wert?!
Und dann gibt es da noch die so genannten „Wertegemeinschaften“: Staaten, Unternehmen, Religionen oder Vereine, die ihre Werte in einem geordneten Regelwerk definieren, wie z.B. demokratische Staaten, die sich eine Verfassung gegeben haben. Aber wenn wir mit ansehen müssen, wie diese scheinbar unverrückbaren Pfeiler unserer Demokratie oder unseres Glaubens kurzerhand außer Kraft gesetzt, willkürlich gebeugt oder unterwandert werden, ist dann auf solche festgeschriebenen Werte überhaupt noch Verlass?!
Je mehr die „alten Werte“ um uns herum brechen, desto wichtiger wird es, uns die eigenen, individuellen Werte bewusst zu machen, für die wir ganz alleine oder auch gemeinsam bereit sind, uns mit aller Kraft einzusetzen bzw. dafür auch Opfer zu bringen. Sollten wir nicht besser einmal ganz neue Wege gehen und ganz neue Werte definieren? Werte wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Empathie, Dankbarkeit, Kreativität, Leidenschaft, Hingabe, Standfestigkeit, Vertrauen, Weisheit, Humor, Unbestechlichkeit, Rücksichtnahme, Unabhängigkeit, Solidarität, Treue, Respekt, Transparenz, Sorgfalt, Nachhaltigkeit, Mut, Professionalität, Loyalität, Höflichkeit, Freundlichkeit, Idealismus, Großzügigkeit, Güte, Ausgeglichenheit, Begeisterung, Freude, Ehrlichkeit, Ausdauer, Geduld, Toleranz, Würde, Sauberkeit, Phantasie, Hoffnung … es gäbe so viele neue Möglichkeiten!
Es liegt ganz allein in unserer Hand, wie wir unser Zusammenleben als Menschheit auf diesem Planeten Erde künftig gestalten wollen, denn genau darum geht es jetzt! Und jeder Einzelne kann seinen ganz eigenen Beitrag dazu leisten - mit seinem eigenen Wertebewusstsein!
(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin "Vitrin", Ausgabe Januar 2022)
Juni 23, 2016
Die Fähigkeit, das Wort „Nein“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. (Nicolas Chamfort, franz. Dramatiker)
Das erste Wort, das meine Tochter sprechen konnte, war nicht „Mama“: Es war „Nein“! Dieses „Nein“ kam stets dermaßen entschieden über die kleinen Lippen, dass jegliche Versuche kläglich scheiterten, sie dann doch noch zum Einlenken zu bewegen. „Nein“ hieß „Nein“! Und genau so war es gemeint. Doch wie wir alle irgendwann, machte auch sie schnell die unvermeidliche Erfahrung, dass so ein kraftvolles und unmißverständliches „Nein“ meist Ablehnung und Unverständnis zur Folge hat. Die eigenen Grenzen so deutlich zu markieren, macht unbeliebt – und das wollen wir doch alle nicht sein! Aber was für einen Preis zahlen wir letztendlich dafür?! Der Burnout ist mittlerweile die zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit und die rasante Nachfrage nach Wellness- und Entspannungsangeboten spricht eine deutliche Sprache. Die Anforderungen, die an uns alle täglich gestellt werden, übersteigen unsere Leistungsgrenzen mehr und mehr. Gerade Handy und Computer machen uns durch SMS und eMail rund um die Uhr schnell verfügbar. Unsere Bedenkzeit, um vielleicht auch einmal „Nein“ zu sagen, wird somit immer knapper. Dieses Zauberwort, das Kinder uns noch so deutlich vorsagen können, müssen wir dringend wieder in unser Leben integrieren! Denn „Nein“ ist ein wichtiger Selbstschutz unserer eigenen Interessen. „Nein“ bewahrt uns davor, uns selbst zu verlieren und in Dinge einzuwilligen, die wir im Grunde gar nicht wollen. Ein „Nein“ zur rechten Zeit erfordert Mut, denn nicht alle Menschen wissen es zu schätzen, wenn man seine Grenzen deutlich macht und damit einen wesentlichen Teil der eigenen Persönlichkeit sichtbar werden läßt. Haben Sie den Mut, wieder „Nein“ zu sagen und bewahren Sie sich selbst vor Ausnutzung! Sie können es ohnehin nicht allen Recht machen. Haben Sie den Mut, sich auch öffentlich mit einem „Nein“ abzugrenzen von jenem Heer der grauen Mitläufer und Ja-Sager. Schalten Sie auch einmal das Handy wieder ab und sagen Sie damit „Nein“ zu immer währender Erreichbarkeit! Der Beginn eines selbstbestimmten Lebens in Freiheit braucht oft nur ein wenig Mut und ein kleines Wort zur rechten Zeit: „Nein“!
Antje Nagula
(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe Juli 2016)
Juni 23, 2016
„Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.“
(Hippokrates von Kos (460 bis ca. 377 v. Chr.) griechischer Arzt, »Vater der Heilkunde«)
Wie viele Wünsche haben wir doch jeden Tag an das Leben! Bis wir einmal krank werden. Dann haben wir nämlich nur noch einen Wunsch: Gesund zu werden und zwar möglichst schnell! Wenn wir auf einmal von Schmerzen geplagt werden und der Körper uns seinen gewohnten Dienst verweigert, gehen wir normalerweise erst einmal zum Arzt. Wenn der uns helfen kann – haben wir Glück. Aber der Normalfall ist das heutzutage nicht mehr. Wenn wir überhaupt einen Arzt finden, der Patienten mit akuten Schmerzen in seiner Praxis behandelt, dann hat der Herr Doktor maximal 5 Minuten Zeit und freut sich, wenn wir mit einem billigen Rezept für starke Schmerzmittel oder Antibiotika möglichst schnell wieder gehen. Bestenfalls ist uns damit ja geholfen – aber GEHEILT sind wir deshalb noch lange nicht. Wer Heilung sucht, der wird sie heute nur noch selten bei einem Arzt finden sondern muss bei sich selbst beginnen. Denn die Gesundheit liegt eben zu allererst in jedes Menschen eigener Verantwortung! Und jede Krankheit, die uns ereilt, dürfen wir als eine Chance zur Selbsterkenntnis begreifen. Viele Krankheiten haben wir unserem Lebenswandel mit falscher Ernährung, mangelnder Bewegung, zu wenig Schlaf, zu viel Alkohol zu verdanken. Andere Krankheiten zeigen sich, weil wir uns z.B. viel zu lange krank machenden Lebensumständen ausgesetzt haben. Es liegt allein in unserer eigenen Hand, das zu ändern. Den Körper gesund zu erhalten und ihm das zu geben, was er braucht, ist ein Zeichen der Liebe zu sich selbst. Hinzuschauen, was uns tatsächlich krank macht und genau das zu verändern! Dabei kann uns kein Arzt wirklich helfen, das müssen wir selbst tun. Heilung geschieht immer nur aus der eigenen innewohnenden Kraft heraus! Natürlich kann die moderne Medizin heute viele Menschenleben durch gewagte Operationen retten. Aber es wäre falsch, sich darauf zu verlassen und mit der Gesundheit weiter Raubbau zu betreiben in dem Vertrauen auf die Ärzte, deren Kunst uns bei Bedarf dann schon irgendwie helfen wird. Nein – in uns selbst liegt die größte Kraft zur Heilung, zur Veränderung, zur Wandlung. Beginnen wir damit, unsere Selbstheilungskräfte tief verborgen in uns zu entdecken und unserer eigenen, feinen Wahrnehmung mehr zu vertrauen. Letztendlich wissen wir selbst nämlich am allerbesten, was wir brauchen um heil und gesund zu werden und zu bleiben – wir müssen es nur tun!
Antje Nagula
(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe Juni 2016)
Juni 23, 2016
„Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe.” (Curt Goetz, Schriftsteller)
Wann haben Sie zuletzt laut und herzhaft gelacht? Wahrhaftig! Das Lachen ist eines der köstlichsten Dinge des Lebens und unsere Stimmung verändert sich augenblicklich, wenn wir lachen. Aber was bringt uns denn zum Lachen? Ein guter Witz bringt uns spontan zum Lachen – vorausgesetzt, wir verstehen sofort seine Pointe. Denn ein guter Witz ist Nahrung für unseren Geist und bringt uns augenblicklich auf andere Gedanken! Der griechische Philosoph Platon war der Ansicht, dass Lachen ein Ausdruck der Überlegenheit sei. Und in der Tat lachen wir am liebsten über andere. Jemandem passiert ein Missgeschick – wir lachen darüber. Und es ist ja auch meist komisch, das entsetzte Gesicht von jemandem zu sehen, dem z.B. gerade Vogelkacke auf dem Kopf landet oder mit lautem Krach die Hose am Hintern reißt. Und wenn nach dem ersten Entsetzen derjenige selbst auch über sein Missgeschick lachen kann – dann verfügt er garantiert über Humor! Denn es erfordert wahre Gelassenheit und Selbsterkenntnis, um über sich und die eigenen Fehler und Schwächen lachen zu können. Ob uns das gelingt, hängt natürlich auch stark von der Art ab, wie wir darauf hingewiesen werden. Wenn z. B. ein guter Freund einen Witz darüber reißt, dass wir schon wieder zu spät kommen, können wir unser Fehlverhalten eher mit Humor betrachten, als wenn der Chef über unsere Unpünktlichkeit witzelt – und alle Kollegen lauthals darüber lachen! Niemand wird gerne vorgeführt und ausgelacht. Wenn es aber dennoch geschieht – dann reagieren Sie am besten mit heiterer Gelassenheit und üben Sie sich in Nachsicht und Geduld mit jenen, die Niveaulosigkeit offensichtlich mit Humor verwechseln. Mit einer solchen Reaktion zeigen Sie wahre Größe und Stärke und nehmen der unangenehmen Situation sofort den Wind aus den Segeln! Denn was kümmert es schon den Baum, wenn ihn ein Hund anpinkelt … Genau: Er freut sich über den Dünger und wird davon noch stärker. Das ist Humor, ganz feinsinniger Humor. Tja, wer zuletzt lacht – lacht am Besten! Und so wünsche ich Ihnen viel Lachen im Mai!
Antje Nagula
(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe Mai 2016)
Juni 23, 2016
Im April können wir oft beobachten, wie draußen der Winter mit dem Frühling kämpft. Heftigen Schneeschauern folgt bald schon ein strahlend blauer Himmel, und ein warmes Frühlingslüftchen mag im nächsten Moment schon wieder schneidend kalt daher kommen. Angesichts dieses Kampfes in der Natur muss ich an folgende, kleine Geschichte denken:
„Der alte Indianerhäuptling Seskathe, von vielen Wintern gezeichnet, war ein weiser Mann. Gerne saß er abends am Lagerfeuer mit seinem kleinen Enkelsohn Tahuameh. Eines Abends, nachdem sie lange und schweigend gesessen hatten erzählte der alte Häuptling: „Mein Sohn, in jedem von uns tobt im Herzen ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse und dunkel. Er kämpft mit den Waffen von Ärger, Neid, Eifersucht, Gier, Angst, Sorgen, Arroganz, Selbstmitleid, Lüge, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut und hell. Seine Waffen sind Liebe, Lebensfreude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Mut, Vertrauen, Licht und Wahrheit. Beide Wölfe kämpfen oft miteinander und gehen sich gegenseitig an die Kehle, bis einer von beiden kraftlos zu Boden sinkt. Doch sie können nicht sterben und sie ruhen niemals. Aufgeregt fragt der Enkelsohn: „Großvater, und welcher Wolf wird am Ende den Kampf um das Herz gewinnen?“ Der Häuptling lächelte ihn an und sagte: „Der, den du fütterst.“
Ich denke, wir kennen alle den ewigen Kampf dieser beiden Wölfe in unserem Herzen, kennen den Widerstreit der Gefühle in uns. Aber ist es nicht wundervoll, dass wir dem nicht hilflos ausgeliefert sind? „Der, den du fütterst!“ Durch unsere Gedanken, durch unsere Selbstgespräche füttern wir die beiden Seiten und wir sollten uns dazu erziehen, den dunklen Wolf einfach nicht mehr mit unserer Angst und den ewigen Sorgen zu füttern! Sondern ganz bewusst unseren Fokus auf die Hoffnung, die Lebensfreude und das Licht in uns ausrichten! Damit können wir zwar diesen ewigen Kampf in uns nicht verhindern – aber wir entscheiden, welche Seite als Sieger daraus hervorgeht! – Und im April? Welches Wetter wird da am Ende Sieger sein? Genau! Der helle Wolf der Sonne, des Lichts, der Liebe und des Sommers!
Antje Nagula
(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe April 2016)