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Mutmacher Mai 2016

„Humor ist nicht erlernbar. Neben Geist und Witz setzt er vor allem ein großes Maß an Herzensgüte voraus, an Geduld, Nachsicht und Menschenliebe.” (Curt Goetz, Schriftsteller)

Wann haben Sie zuletzt laut und herzhaft gelacht? Wahrhaftig! Das Lachen ist eines der köstlichsten Dinge des Lebens und unsere Stimmung verändert sich augenblicklich, wenn wir lachen. Aber was bringt uns denn zum Lachen? Ein guter Witz bringt uns spontan zum Lachen – vorausgesetzt, wir verstehen sofort seine Pointe. Denn ein guter Witz ist Nahrung für unseren Geist und bringt uns augenblicklich auf andere Gedanken! Der griechische Philosoph Platon war der Ansicht, dass Lachen ein Ausdruck der Überlegenheit sei. Und in der Tat lachen wir am liebsten über andere. Jemandem passiert ein Missgeschick – wir lachen darüber. Und es ist ja auch meist komisch, das entsetzte Gesicht von jemandem zu sehen, dem z.B. gerade Vogelkacke auf dem Kopf landet oder mit lautem Krach die Hose am Hintern reißt. Und wenn nach dem ersten Entsetzen derjenige selbst auch über sein Missgeschick lachen kann – dann verfügt er garantiert über Humor! Denn es erfordert wahre Gelassenheit und Selbsterkenntnis, um über sich und die eigenen Fehler und Schwächen lachen zu können. Ob uns das gelingt, hängt natürlich auch stark von der Art ab, wie wir darauf hingewiesen werden. Wenn z. B. ein guter Freund einen Witz darüber reißt, dass wir schon wieder zu spät kommen, können wir unser Fehlverhalten eher mit Humor betrachten, als wenn der Chef über unsere Unpünktlichkeit witzelt – und alle Kollegen lauthals darüber lachen! Niemand wird gerne vorgeführt und ausgelacht. Wenn es aber dennoch geschieht – dann reagieren Sie am besten mit heiterer Gelassenheit und üben Sie sich in Nachsicht und Geduld mit jenen, die Niveaulosigkeit offensichtlich mit Humor verwechseln. Mit einer solchen Reaktion zeigen Sie wahre Größe und Stärke und nehmen der unangenehmen Situation sofort den Wind aus den Segeln! Denn was kümmert es schon den Baum, wenn ihn ein Hund anpinkelt … Genau: Er freut sich über den Dünger und wird davon noch stärker. Das ist Humor, ganz feinsinniger Humor. Tja, wer zuletzt lacht – lacht am Besten! Und so wünsche ich Ihnen viel Lachen im Mai!

Antje Nagula

(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe Mai 2016)

Mutmacher April 2016

Im April können wir oft beobachten, wie draußen der Winter mit dem Frühling kämpft. Heftigen Schneeschauern folgt bald schon ein strahlend blauer Himmel, und ein warmes Frühlingslüftchen mag im nächsten Moment schon wieder schneidend kalt daher kommen. Angesichts dieses Kampfes in der Natur muss ich an folgende, kleine Geschichte denken:

„Der alte Indianerhäuptling Seskathe, von vielen Wintern gezeichnet, war ein weiser Mann. Gerne saß er abends am Lagerfeuer mit seinem kleinen Enkelsohn Tahuameh. Eines Abends, nachdem sie lange und schweigend gesessen hatten erzählte der alte Häuptling: „Mein Sohn, in jedem von uns tobt im Herzen ein Kampf zwischen zwei Wölfen. Der eine Wolf ist böse und dunkel. Er kämpft mit den Waffen von Ärger, Neid, Eifersucht, Gier, Angst, Sorgen, Arroganz, Selbstmitleid, Lüge, Überheblichkeit, Egoismus und Missgunst. Der andere Wolf ist gut und hell. Seine Waffen sind Liebe, Lebensfreude, Frieden, Hoffnung, Gelassenheit, Güte, Mitgefühl, Großzügigkeit, Dankbarkeit, Mut, Vertrauen, Licht und Wahrheit. Beide Wölfe kämpfen oft miteinander und gehen sich gegenseitig an die Kehle, bis einer von beiden kraftlos zu Boden sinkt. Doch sie können nicht sterben und sie ruhen niemals. Aufgeregt fragt der Enkelsohn: „Großvater, und welcher Wolf wird am Ende den Kampf um das Herz gewinnen?“ Der Häuptling lächelte ihn an und sagte: „Der, den du fütterst.“ 

Ich denke, wir kennen alle den ewigen Kampf dieser beiden Wölfe in unserem Herzen, kennen den Widerstreit der Gefühle in uns. Aber ist es nicht wundervoll, dass wir dem nicht hilflos ausgeliefert sind? „Der, den du fütterst!“ Durch unsere Gedanken, durch unsere Selbstgespräche füttern wir die beiden Seiten und wir sollten uns dazu erziehen, den dunklen Wolf einfach nicht mehr mit unserer Angst und den ewigen Sorgen zu füttern! Sondern ganz bewusst unseren Fokus auf die Hoffnung, die Lebensfreude und das Licht in uns ausrichten! Damit können wir zwar diesen ewigen Kampf in uns nicht verhindern – aber wir entscheiden, welche Seite als Sieger daraus hervorgeht! – Und im April? Welches Wetter wird da am Ende Sieger sein? Genau! Der helle Wolf der Sonne, des Lichts, der Liebe und des Sommers!

Antje Nagula

(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe April 2016)

Mutmacher März 2016

Der schönste Monat für das Herz ist und bleibt der Monat März. (Deutscher Volksmund)

Der März ist ein wundervoller Monat und vor allem schon ein Mutmacher an sich: Nach einem grauen, kalten Winter beginnt die Natur im März endlich wieder damit, sich zu regen und zu räkeln und endgültig aus ihrem Winterschlaf zu erwachen. Wir erleben am 20. März das Frühlings-Äquinoktium, das heißt, es sind an diesem Tag um 5:30 Uhr sowohl der Tag als auch die Nacht gleich lang. Und von diesem Moment an werden unsere Tage wieder länger und dafür die Nächte kürzer. Auch wenn das für uns noch kaum wahrnehmbar ist, so hat das Licht damit doch die Dunkelheit bereits überwunden! In diesem Jahr fällt auch noch das Osterfest in den Monat März. Die Christen feiern die Auferstehung Jesu Christi, ein Symbol für die Auferstehung des neuen Lebens nach dem Absterben der Natur im Winter. Zwar sind die Zweige der Bäume noch kahl – aber wir schmücken sie mit bunten Ostereiern und bringen damit unsere Zuversicht zum Ausdruck, dass sich auch die Natur bald wieder in den schönsten Farben zeigen wird. Das Ei und der Osterhase wiederum symbolisieren die Fruchtbarkeit, die sich überall neu zu regen beginnt. Die Märzenluft ist noch kalt, aber sie enthält schon die Vorboten des Frühlings. Wenn Sie die Wohnung verlassen, dann atmen Sie draußen einmal tief Ein und Aus! Spüren Sie, wie angesichts des nahenden Frühlings auch neue Lebenskraft und frischer Mut wieder in Ihnen aktiv werden: Das Leben hält so viele schöne Überraschungen für uns bereit! Lauschen Sie einmal dem jubelnden Gesang eines Vogels und nehmen Sie die frischen, grünen Spitzen wahr, die in den Gärten überall aus dem Boden lugen und an den Zweigen sprießen. Früher wurden im März die Felder gepflügt, damit die frische Krume den Samen aufnehmen konnte. Und heute putzen wir unser Haus im März, kehren damit den Winter hinaus und bringen wieder frischen Glanz in unsere Wohnungen. Lassen Sie sich einfach mitreißen vom Erwachen der Natur, lassen Sie Ihr Herz warm werden für die Menschen, die Sie lieben und schöpfen Sie neue Hoffnung! Und dann starten Sie mit frischem Schwung lächelnd hinein in den Frühling!

Antje Nagula

(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe März 2016)

Mutmacher Januar 2016

Mutmacher Januar 2016

Ein neues Leben kannst Du nicht anfangen, aber täglich einen neuen Tag!

(Henry David Thoreau, Amerikanischer Schriftsteller und Philosoph)

Wenn ein neues Jahr beginnt, die Seiten eines neuen Kalenders noch leer und unbeschrieben sind und das Sylvester-Feuerwerk mit lautem Getöse das alte Jahr verabschiedet hat, dann fasst so mancher einen guten Vorsatz, was er im neuen Jahr besser machen möchte! Zu den beliebtesten dieser guten Vorsätze zählen zum Beispiel „Aufhören zu rauchen!“, „Mehr Sport treiben!“, „Gesünder essen!“, „Mehr Zeit mit der Familie verbringen!“ usw. Voller Schwung werden diese guten Vorsätze auch in den ersten Tagen des neuen Jahres gestartet – aber allzu oft hat sich der alte Trott nach spätestens zwei Wochen wieder eingeschlichen und die guten Vorsätze geraten bis zum nächsten Sylvester wieder in Vergessenheit. Zurück bleibt bestenfalls ein schlechtes Gewissen. Wäre es nicht an der Zeit, das JETZT einmal anders zu machen? Die Ursache für das schnelle Scheitern unserer guten Vorsätze liegt meistens darin, dass wir zwar zunächst Veränderungen im Außen vornehmen, dass aber eine wirkliche Veränderung vielmehr in unserem Inneren erfolgen muss. Und das ist richtig Arbeit! Arbeit an sich selbst. Denn nur weil ein neuer Kalender anfängt, ändert sich doch zunächst nichts an unseren äußeren Lebensumständen: Wir werden nicht mehr Zeit haben, nicht mehr Geld haben und jünger werden wir auch nicht. Aber wir können unsere Einstellung verändern, vor allem uns selbst gegenüber! „Weil ich es mir wert bin!“ lautet der bekannte Werbeslogan einer großen Kosmetikfirma. Und damit lässt sich gut die Arbeit an sich selbst beginnen! Wenn Sie also schnell wieder zur Zigarette greifen, zünden Sie sie besser NICHT an – „weil Sie sich das wert sind!“ Kochen Sie sich selbst etwas Gutes – „weil Sie sich das wert sind!“ Gehen Sie zum Sport  – einzig und allein „weil Sie sich das wert sind!“ Und machen Sie sich an jedem Tag immer wieder neu bewusst, dass Sie selbst das Wertvollste und Wichtigste sind, was es in Ihrem Leben gibt! Und dann setzen Sie die guten Neujahrsvorsätze diesmal tatsächlich dauerhaft um: Weil SIE sich das wert sind! Viel Erfolg dabei und viel Glück im Neuen Jahr!

Antje Nagula

(Veröffentlicht im Veranstaltungsmagazin „Vitrin“, Ausgabe Januar 2016)